Auto-Biografie

Fünf Jahrzehnte Erfolg
Die Karriere der sportlichen Mittelklasse von Audi begann vor genau 50 Jahren.  Seit dem „Ur-Audi“ von 1965 und in acht Generationen Audi 80 und Audi A4 ist diese  Baureihe das Herz der Marke. Mit der neunten Auflage steht jetzt wieder ein  Schritt in die Zukunft an – Zeit, einen Blick auf die erfolgreichen Vorgänger zu werfen.

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Auto Union Audi
1965 – 1972
Viertakter mit Chromkanten

Die Zeit des Zweitakters war 1965 endgültig vorbei, der Autofahrer wünschte sich den moderneren Viertakter. Der kam in Gestalt des legendären Mitteldruckmotors mit der ungewöhnlich hohen Ver­dichtung von 11,2:1. Den Vierzylinder verbanden die Techniker mit dem moderat veränderten F102. Das mit 72 PS üppig motorisierte Modell kam als Audi auf den Markt und hauchte der 1949 wieder gegründeten Auto Union neues Leben ein.

Noch bevor die Firma eine hundertprozentige Volkswagen-Tochter wurde, rollte 1966 ein weiteres Modell aus den Produktionshallen. Dem Zeitgeist folgend, gab es neben der Limousine auch den neuen Variant. An die Eleganz eines heutigen Avant reicht der Kombi mit seinen beiden Seitentüren und dem robust ausgekleideten Laderaum natürlich nicht heran. Gefragt ist in diesen Jahren vor allem der Nutzwert.Doch der Audi, der je nach Motorleistung Zahlen wie 60, 72, 75, 80 oder 90 am Heck trägt, ist weit mehr als nur nützlich. Vor allem die von Ende 1966 an produzierten Super 90-Versionen gefallen mit viel Chrom an den Karosseriekanten. Und die elliptische Aluminium-Blende um die Instrumente weicht einem Einsatz aus Teakholz-Imitat. 1972 endet die Produktion dieses Urahns aller Audi 80 und A4, dessen Design in die Wirtschaftswunderzeit zurückweist. Eine neue Ära beginnt.


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Audi 80 B1
1972–1978
Hundertzehn PS

Den entscheidenden Schritt in die Zukunft machen die Ingolstädter 1972 mit dem ersten Audi 80. Schnörkellos ist die leichte Stufenhecklimousine gezeichnet, schlicht, fast ein wenig kühl. Keine Linie zu viel. Den Ingolstädter Designern ist ein Automobil gelungen, dessen gestalterische Klasse von Dauer ist.

Unter dem Blech ist vieles neu, erdacht mit Ambition und Weitblick. Etwa die Motoren: Die Vierzylinder der legendären Baureihe EA 827 sitzen längs eingebaut zwischen McPherson-Federbeinen. Und die verbessern dank eines negativen Lenk­rollradius die Fahrstabilität beim Bremsen. Die Limousine, die mit ihren 418 Zentimeter Länge heute in die Kompaktklasse gehören würde, ist sehr geräumig, der Kofferraum schluckt 450 Liter Gepäck.

Mit weniger als 800 Kilogramm Leergewicht ging es damals los. Da reichten selbst die 55 PS des 1,3-Liter für flottes Temperament, die 75- oder gar 85-PS-Benziner mit 1,6 Liter Hubraum wirkten für viele schon raketenhaft. Wer in den bequemen Sitzen saß, das dünne Lenkrad in den Händen hielt und auf die von Holzfurnier eingefassten großen Instrumente schaute, war angekommen in der Mittelklasse.

Vieles vom Konzept und der Technik des Audi 80 wurde auch von VW genutzt. Der erste Passat war im Grunde ein Audi 80 mit Schräg- oder Kombiheck; der Variant wurde in einigen Exportmärkten sogar als Audi Fox Station Wagon angeboten.

Schon 1973 macht Audi den sportlich gesinnten Kunden mit dem 100 PS starken 80 GT ein verlockendes Angebot. 1975 brennt dann noch ein Scheit mehr im Feuer: Auf 110 PS bringt es der 1,6-Liter-Einspritzer des 80 GTE. Der empfiehlt sich mit großem Kurvenkratzertalent und mehr als 180 km/h Spitze aus dem Stand als Sportlimousine für alle, die Familientauglichkeit ebenso schätzen wie den Swing über Landstraßen oder gar Alpenpässe.


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Audi 80 B2
1978 – 1986
quattro kommt

Der Audi quattro mit 200 Turbo-PS ist 1980 eine Sensation. Doch der permanente Allradantrieb bleibt nicht nur dem Sportler mit den wuchtigen Radhäusern vorbehalten. Audi bringt den Gewinn an Allwettersicherheit und Dynamik auch in die Mittelklasse: Im Herbst 1982 krönt die Limousine 80 quattro die seit Herbst 1978 produzierte Baureihe.

136 PS machen den Top-80er nicht nur zu einem schnellen Auto, sie adeln ihn auch zu einem Fahrzeug für Genießer. Denn die Leistung liefert ein technisch extravaganter Einspritzer mit rauchig-weicher Stimme: 2,2 Liter Hubraum verteilen sich auf fünf Zylinder mit ganz eigenem, süchtig machendem Timbre. Weitere quattro-Versionen, ab 1985 auch mit bürgerlichen 90 Vierzylinder-PS, komplettieren das Angebot und sorgen dafür, dass quattro für viele erschwinglich wird.

Überhaupt erweist sich der technisch-klar gezeichnete Audi 80 der zweiten Generation neben allen Qualitätsambitionen seiner Macher als Auto auch für jene, die gern mit spitzem Bleistift rechnen. Denn nach wie vor beginnt das Modellangebot beim zweitürigen 80 1.3 mit 55 PS. Hinzu kommen Versionen mit 54 Diesel-PS. Innovativ sind auch die sogenannten Formel E-Versionen: Über dem normal übersetzten vierten Gang liegt ein lang ausgelegter fünfter. Und an der Ampel kann der Fahrer den Motor mit einem Fingerdruck abstellen, beim Einkuppeln im ersten Gang springt er wieder an. Die Start-Stop-Automatik ist also keine Erfindung der Neuzeit.


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Audi 80 B3
1986 – 1991
Kein Rost. Versprochen

Noch heute gehören sie zu unserem Straßenbild, die Audi 80 der Baureihe B3. Zwischen September 1986 und August 1991 verließen knapp 1,3 Millionen Exemplare die Produktionsbänder. Doch die Menge ist nicht allein der Grund für das häufige Wiedersehen mit diesem Erfolgsmodell, dessen ältes­te Exemplare bald das H-Kennzeichen erhalten. Vielmehr ist es die aufwendige Vollverzinkung aller Karosseriebleche – eine der Pionierleistungen aus Ingolstadt. Mit der Zehn-Jahres-Garantie gegen Durch­rostung gibt Ingolstadt ein sensationelles Versprechen auf Langzeitqualität.

Die etwas rundlicher gezeichnete Karosserie hat noch andere Qualitäten: Der Luftwiderstandsbeiwert der Limousine beträgt nur 0,29. Das senkt den Kraftstoffverbrauch der Motoren. Im September 1990 kommt im Audi 80 der erste Turbodiesel zum Einsatz: 80 PS leistet die Vorkammerkonstruktion. Flott ist sie und sehr sparsam. Zu voller Blüte sollte die Dieseltechnologie jedoch erst im Nachfolger B4 reifen.

Natürlich dient die dritte Generation des Audi 80 als Basis für andere attraktive Modelle: Der höher positionierte, schon beim Vorgänger etablierte Audi 90 stammt von ihr ebenso ab wie das Coupé. Das tritt 1990 als S2 mit 220 PS die Nachfolge des Ur-quattro an.


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Audi 80 B4
1991 – 1995
40.273 km, 1.522 Liter: TDI

Die vierte Generation des Audi 80 wirkt auf viele wie ein Facelift. Doch der B4 ist eine komplette Neukonstruktion, unter anderem mit einer neuen Hinterachse für mehr Kofferraumvolumen. Der vom S2 Coupé übernommene Plakettenkühlergrill verleiht diesem Audi ein entsprechend stolzes Gesicht. Ein Jahr nach der Limousine erscheint im Herbst 1992 auch der von vielen Kunden langersehnte Avant: ein Kombi der feinen Art.

Unter der Motorhaube tut sich einiges. Die neuen V6-Benziner mit 150 und 174 PS feiern Premiere. Die besonders dynamisch Gesinnten greifen zum 230 PS starken S2, den es als Limousine oder Avant gibt. Und mit dem Avant RS 2 etabliert Audi eine neue Fahrzeuggattung: Der mit Porsche entwickelte Power-Allradler bringt es auf 315 PS und liefert Fahrleistungen wie reinrassige Sportwagen.

Volksnäher als der RS 2 sind auf jeden Fall die TDI-Modelle. Zwei Jahre nach Einführung des ersten Fünfzylinder-TDI im Audi 100 feiern 1991 die Vierzylinder im Audi 80 Premiere. Die Idee, den Kraftstoff unter hohem Druck direkt in eine Mulde des Kol­bens zu injizieren, verhilft Audi ein weiteres Mal zu einem Vorsprung in der Motorentechnologie. Ein serienmäßiger Audi 80 TDI legt da insgesamt 40.273 Kilometer mit lediglich 1.522 Liter Sprit zurück. Macht 3,78 Liter pro 100 Kilometer.


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Audi A4 B5
1994 – 2001
Neuer Name, bekannte Passion

Dass der Neue nicht mehr 80 heißen würde, kam nicht unvorbereitet. Bereits zuvor wurden A8 und A6 eingeführt, im November 1994 startete dann der A4 als Limousine. Mit Airbags, Servolenkung und ABS für alle Modelle hebt er Fahrsicherheit und Bedienkomfort auf ein neues Niveau, und die im Vorgänger schon beeindruckende Material- und Verarbeitungsqualität erreicht ebenfalls ein neues Level. Die Spaltmaße zeugen von hochpräziser Fertigung. Im September 1995 gesellt sich zur Limo­u­sine der Kombi Avant. Der Audi-Slogan „Schöne Kombis heißen Avant“ passt. Perfekt.

Bei den Motoren ist ein stetiger Leistungszuwachs zu erkennen, verbunden mit sinkenden Verbräuchen. Benziner mit Fünfventiltechnik oder die ersten TDI-Triebwerke mit Pumpe-Düse-Technologie stärken die Position des A4. Eine neue Vierlenker-Vorderachse verbessert Lenkpräzision und Handling. Das ist nicht nur wichtig im RS 4 Avant mit 380 PS aus einem 2,7-Liter-V6-Biturbo, dem ersten eigenständigen RS-Modell der Audi-Tochter quattro GmbH. Weiter verbreitet als dieser 1999 präsentierte Über-Avant sind die 2,5-Liter-TDI-Modelle. Mit 150 PS und 310 Nm sind ihre Sechszylinder ideale Doppelpass-Partner der Fünfstufen-Wandlerautomatik, die in einer zweiten Wählhebelgasse auch manuelle Gangwechsel erlaubt: tiptronic nennt Audi das bis heute verfolgte Prinzip.

Der am seltensten produzierte A4 ist der Avant duo. Das im Herbst 1996 vorgestellte Auto ist mit TDI und E-Motor ein Plug-in-Hybrid und fährt bis zu 50 Kilometer rein elektrisch. Nur 90 Exemplare werden gebaut, denn wer zu früh kommt …


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Audi A4 B6
2000 – 2004
Mit Sicherheit schön

Design-Awards, Preise bei Leserwahlen – der A4 der sechsten Generation sammelt Preise für sein überragendes Design.

Doch Fortschritt bedeutet bei Audi mehr als progressives Design: Ein neues, leichtes Fahrwerk mit hohem Aluminiumanteil verbessert Komfort und Dynamik erneut, ESP sowie Seiten- und Kopfairbags sind serienmäßig an Bord. Im NCAP-Crashtest gibt es Bestnoten, und in den USA erzielt der A4 als „Best Pick“ das beste Ergebnis, das die US-Sicherheitsexperten bis dahin für ein Mittelklasseauto vergeben haben.

2001 erscheint der Avant, dem die puristische Designsprache nicht weniger gut steht. Im Interieur gehen Hochwertigkeit, Stil und intuitive Bedienbarkeit Hand in Hand. Die auto motor und sport-Leser küren den A4 2002 zum „Auto des Jahres“ in der Mittelklasse.

Auch die Antriebstechnologie bleibt nicht stehen, klar. Mit dem 2.0 FSI wird der erste Direkteinspritzer-Benziner eingeführt, neue V6-Ottomotoren oder das stufenlose multitronic-Getriebe gehören zur Geschichte dieses A4. Dessen Top-Benziner schlägt zudem ein neues Kapitel auf: S4 Limousine und Avant verfügen über einen 4,2-Liter-V8. Bei 7.000 Kurbelwellenumdrehungen leitet der Fünfventiler 344 PS ins Sechsgang-Schaltgetriebe und von da aus an die vier Räder. Klarer Fall: Auch dieser Top-A4 ist das Werk von Autoenthusiasten.


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Audi A4 B7
2004 – 2008
Großer Grill, viel dahinter

Die neue Designlinie mit den geschwungenen Schein­werfern und dem Singleframe-Kühlergrill beschert dem A4 des Jahrgangs 2004 einen ganz neuen Auftritt. Anders als beim Vorgänger starten Limousine und Avant gleichzeitig in den Markt und begeistern Technophile mit einem neuen Top-Vierzylinder.

TFSI ist die Kombination aus Direkteinspritzung (FSI) und Turboaufladung (T). 200 drehfreudige PS in Kombination mit bullig anschiebenden 280 Nm bei lediglich 1.800 Kurbelwellenumdrehungen zeichnen diesen besonders sparsamen Motor aus, der bis heute in vielen Evolutionsstufen in einer ganzen Reihe von Konzern-Modellen Dienst tut. Auch die TDI werden kräftiger und gleichzeitig sparsamer.

Und endlich, so jubeln Fans, gibt es wieder einen RS 4: Während der S4 mit unverändert 344 PS von Beginn an lieferbar ist, folgt im November 2005 der RS 4 als Limousine und Mitte 2006 als Avant. 420 PS bei 7.800 Umdrehungen sorgen für atemberaubende Fahrleistungen, in unter fünf Sekunden geht es aus dem Stand auf 100 km/h. Auch querdynamisch beeindruckt der RS 4 dank der asymmetrisch-dynamischen Momentenverteilung des überarbeiteten quattro-Antriebs.


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Audi A4 B8
2007 – 2015
Bestens assistiert

Viele Jahre haben die Ingenieure an der längsmodularen Plattform gearbeitet, dieser gigantische Baukasten gibt den Technikern neue Freiheiten – und den Designern ebenso. Walter de Silva, 2002 ins Unternehmen gekommen, nutzt sie für eine elegante Kreation.

Kern dieser Plattform ist die getauschte Anordnung von Kupplung und Getriebe. Dadurch kann die Vorderachse des A4 um 154 Millimeter nach vorn rücken. Elegant und muskulös steht die neue Mittelklasse auf ihren großen Rädern. Und die Eleganz geht einher mit funktionalem Nutzen: Der cw-Wert der Limousine liegt bei 0,27.

Neue Vierzylinder-Benziner, moderne Doppelkupp­lungsgetriebe mit sieben Vorwärtsgängen, Dynamiklenkung oder adaptive Stoßdämpfer sind einige der technischen Highlights dieser Modellgeneration. Der Sicherheit und dem Fahrkomfort dient zudem eine ganze Armada von Assistenzsystemen für sicheres Einparken, Abstandhalten, Spurwechseln und Spurhalten.

Im März 2009 wächst die Familie um den A4 Avant allroad quattro. Er profiliert sich mit erhöhter Bodenfreiheit und elegantem Outdoor-Look als Audi für alle Wege. Und, endlich, gibt es Ende 2012 auch wieder High-End-Limousinen und -Kombis mit dem RS 4-Logo im Grill. Mit 450 PS bei 8.250 Umdrehungen stellt der 4,2-Liter V8 FSI die vorläufige Krönung dieser Baureihe dar und glänzt auch mit einem extrem leistungsfähigen quattro-Antrieb. Vorsprung durch Technik – wie in jeder Generation.


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